Betreutes Wohnen – Haus am Haasberg

  • Für junge Menschen, die von ihren Eltern/Erziehungsberechtigten „aufgegeben“ wurden oder aus dem familiären Rahmen ausbrechen müssen oder wollen
  • Für junge Menschen, die selbstständig werden wollen und dabei Unterstützung suchen
  • Selbstverantwortliches Wohnen mit Unterstützung von SozialarbeiterInnen
  • Ziel ist das Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten (Kochen, Putzen, Behördengänge, Umgang mit Geld ... ) zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft
  • Unterstützung bei der beruflichen Integration und in schulischen Fragen
  • Für Jugendliche und junge Erwachsene von 18 - 25 Jahren (ein Platz für einen 17-jährigen)

Ansprechpartner

Sibel Kilic
sibel.kilic[at]oikos-eupen.be

Martin Saur
martin.saur[at]oikos-eupen.be

T. 087/55.69.05
haus.energy[at]skynet.be

  Ausführliche Informationen …
Haus am Haasberg EIngang

Betreutes Wohnen bezeichnet eine Wohnform, in der Jugendliche und junge Erwachsene Unterstützung und unterschiedliche Formen der Hilfe finden. Ziel ist der Schritt in eine selbstständige und eigenverantwortliche Lebensführung.

Dazu gehört beispielsweise:

  • Wiedereingliederung in die Gesellschaft
  • Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten (Kochen, Putzen, Behördengänge, Umgang mit Geld etc.)
  • Erlernen eines geregelten Tagesablaufs
  • Nachgehen einer regelmäßigen Arbeit oder Ausbildung
  • Stärkung des Selbstwertgefühls

 

Das Haus

Haus am Haasberg liegt in Eupen, Haasberg 15, im so genannten „Bergviertel“,
 5 Fußminuten von der Innenstadt entfernt. Eine Bushaltestelle und ein Supermarkt befinden sich in unmittelbarer Nähe. Beim Haus am Haasberg handelt es sich um ein großes Reihenhaus.

Ausstattung

Zum Haus am Haasberg zählen eine Wohngemeinschaft und fünf Einzelwohnungen.



Wohngemeinschaft


Die Wohngemeinschaft liegt im Erdgeschoss des Hauses und bietet Platz für 2-3 Jugendliche oder junge Erwachsene. Der Wohnbereich ist gemeinschaftlich nutzbar und verfügt über 


  • 1 Wohnzimmer mit einer kleinen Terrasse, 

  • 1 Küche, 

  • 1 Badezimmer, 

  • 2 Schlafzimmern, 

  • 1 Abstellraum für Waschmaschine und Trockner, sowie 

  • 1 Büroraum bzw. Besprechungszimmer.



Appartements


Es stehen 5 Einzelwohnungen zur Verfügung mit eigenverantwortlicher Verpflegung, jeweils 


  • 1 Kochbereich, 

  • 1 Wohnbereich, 

  • 1 Bad und 

  • 1 Schlafzimmer.

Zielgruppe

Als Zielgruppe gelten Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei Geschlechts zwischen 18 und 25 Jahren, die den Rahmen einer kleinen WG oder einer betreuten Wohnform in einen Appartements benötigen. 
Im Rahmen der Jugendhilfe steht ein Platz für einen minderjährigen Jugendlichen zur Verfügung, wobei das Mindestalter 17 Jahre betragen muss.



Aufnahme finden Jugendliche und junge Erwachsene, die


  • Hilfe und Unterstützung beim Aufbau eines eigenen Lebensumfeldes benötigen.

  • die aufgrund ihres Alters oder ihrer Problemlage noch einer intensiveren Aufsicht bedürfen und bei akuteren Krisen die Nähe einer Beratungsperson benötigen.

  • die einen Lebensort suchen und in einem Sozialraum integriert werden sollen oder wollen.

  • durch Jugendhilfeeinrichtungen und Sozialämter vermittelt werden und  einer intensiveren Betreuung und Aufsicht bedürfen.

  • durch erhebliche Probleme im Herkunftsmilieu hoch belastet sind.

Pädagogisches Konzept

Betreuungsrahmen


Im Bereich Betreutes Wohnen arbeiten zwei sozialpädagogische Fachkräfte. Die Betreuung findet primär tagsüber von montags bis freitags statt. Dabei werden die individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen (zum Beispiel Arbeitszeiten) der Bewohner berücksichtigt, so dass die Betreuung bei Bedarf auch abends und am Wochenende stattfinden kann.


Darüber hinaus besteht ein Notdienst außerhalb der regulären Betreuungszeiten.

Angebot


Die Betreuung ist stark ausgerichtet auf Verselbstständigung in allen Lebensbereichen wie auf das Training von Sozial- und Handlungskompetenzen.

Die Lebensgeschichte und Fähigkeiten der Bewohner werden im pädagogischen Prozess berücksichtigt. D.h. jede/r wird dort abgeholt wo er/sie steht, um eine ziel- und ressourcenorientierte Förderung entsprechend der individuellen Möglichkeiten zu ermöglichen.


Die Räume des Hauses und der Appartements ermöglichen einerseits individuelle Lebenskonzepte der betreuten Menschen durch ein großes Maß an Freiheit und Eigenverantwortung. Andererseits wird das Leben in einer Gemeinschaft gefördert, welches die Möglichkeit bietet, Kontakte zu knüpfen und eine soziale Isolation verhindert. Austausch untereinander, das Lernen voneinander und die gegenseitige Unterstützung werden aktiv unterstützt.


Feste Rahmenbedingungen für die Wohngemeinschaft strukturieren das Zusammenleben und definieren Bereiche eigener und gemeinsamer Verantwortung. Ein Teil dieser Rahmenbedingungen umfasst die Hausordnung, ein anderer Teil individuelle Absprachen, die das Zusammenleben der Bewohner regeln und eine gute Arbeitsbasis schaffen. Bei Bedarf finden Gespräche in Kleingruppen und Hausversammlungen statt, die der Besprechung und Klärung von Organisatorischem sowie aktuellen Interessen, Konflikten oder Problemen dienen.

Ziel und Aufgaben


Ziel des Betreuten Wohnens ist in allen Fällen eine behutsame, aber kontinuierliche Verselbstständigung. Die Schwerpunkte können dabei individuell äußerst unterschiedlich sein und ergeben sich aus der spezifischen Ausgangssituation und Persönlichkeit.


Der Jugendliche oder junge Erwachsene wird befähigt, sich mit seiner Ausgangssituation, die zur Aufnahme geführt hat, konstruktiv auseinander zu setzen. Hierbei soll er erlernen, schrittweise die Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen.

Wichtiger Bestandteil der Betreuung ist die Wiederaufnahme oder Weiterführung einer Schul- oder Berufsausbildung. So werden Voraussetzungen geschaffen, die den Jugendlichen eine realitätsnahe Zukunftsperspektive geben.



Zu den pädagogischen Aufgaben zählen u.a.

  • Vermitteln hauswirtschaftlicher Tätigkeiten und Fertigkeiten, wie z.B. das Sauberhalten des Wohnraums, regelmäßiges Einkaufen und eine ausgewogene Ernährung.
  • Unterstützung bei der Einteilung der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel.
  • Begleitung bei Ämter- und Behördengängen.
  • Hilfestellung bei der Aufnahme und Pflege sozialer Kontakte (angefangen bei der Wohn-/Hausgemeinschaft über beispielsweise Sportvereine hin zum Aufbau eines Freundes- und Bekanntenkreises)
.
  • Förderung sinnvoller Freizeitgestaltung
.
  • Unterstützung bei der Aufarbeitung evtl. problematischer Vergangenheitserlebnisse durch regelmäßige Gesprächsangebote oder Vermittlung von Therapieplätzen.
  • Unterstützung bei der schulischen oder beruflichen Integration, dazu gehören u.a. die Kontaktpflege zu Schulen, Ausbildungsplätzen und Arbeitgebern.
  • Elternarbeit.

Eine fachlich vernetzte Arbeit mit den beteiligten Behörden, Fachstellen und Eltern ist uns wichtig.

Aufnahmeverfahren

Eine Aufnahmeanfrage geschieht in der Regel durch den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen selbst oder durch eine begleitende Einrichtung (z.B. Sozialamt, Jungendhilfeeinrichtung). 
Bei einem Erstgespräch wird der Lebensraum des Betreuten Wohnen vorgestellt, die Ausgangsituation des/der Jugendlichen eingehend besprochen und über alle relevanten Punkte informiert.



Aufnahmebedingungen

Grundvoraussetzung für eine Aufnahme sind neben einem freien Platz in der Einrichtung:

  • Eigenmotivation des Jugendlichen oder jungen Erwachsenen

  • Bereitschaft, die gesetzten Rahmenbedingungen einzuhalten

  • Motivation, eigene Perspektiven zu erabreiten und zu verwirklichen

  • Akzeptanz der externen Tagesstruktur (Arbeit, Schule, Projekt)

  • Keine akute Suchtmittelabhängigkeit (es werden Drogentests durchgeführt!)

  • Keine starke geistige oder körperliche Behinderung

  • Keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung

  • Klärung der Kostenübernahme

  • Notaufnahmebescheinigung des zuständigen Sozialamtes



Ablauf der Aufnahme

In der Regel zieht der Jugendliche oder junge Erwachsene zuerst in die Wohngemeinschaft ein. Nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn die Person schon über Erfahrung  im selbstständigen Wohnen verfügt, besteht die Möglichkeit direkt in ein Appartement zu ziehen.


Beim Eintrittsgespräch werden die notwendigen Rahmenbedingungen für eine Probezeit in einem Betreuungsvertrag und die Hausordnung unterzeichnet.

Der Betreuungsvertrag fixiert eine Probezeit, die gemeinsam festgelegten Ziele und die voraussichtliche Aufenthaltsdauer. 
Die Hausordnung beinhaltet im Wesentlichen den Umgang mit Besuchern, Übernachtungen von Freunden, Vergabe von Haustürschlüsseln, allgemeine Regeln etc.


Regelmäßige Einzelgespräche mit unseren sozialpädagogischen Betreuern finden mind. 2 x pro Woche statt. 

Auch finden regelmäßige Bilanzgespräche statt, die in einem Sozialbericht dokumentiert werden. Zusätzlich dokumentieren Zwischenberichte und ein Abschlussbericht den Aufenthalt im Haus Energy.


Hat der Bewohner zwar eine ausreichende Alltagskompetenzen entwickelt, bedarf aber dennoch weiterer Betreuung, kann er entweder eine Verlängerung beantragen oder eine Weiterbetreuung in einer eigenen Wohnung durch unser Hilfsangebot der „Ambulanten Betreuung“ in Anspruch nehmen.