november 2017

Lichtblick im Kampf ums Überleben

| GrenzEcho · Samstag, 18. November 2017

Vor etwa anderthalb Jahren erreichte die Sozialorganisation Oikos VoG die Hiobsbotschaft, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) ihr die Zuschüsse im Bereich der Jugendhilfe streicht: jährlich rund 353.000 Euro. Ein Überlebenskampf begann.

Mittendrin jetzt ein ermutigender Lichtblick: die Eröffnung von „Haus Bellmerin 1C“ für betreutes Wohnen junger Erwachsener zwischen 18 und 26 Jahren. „Jungen Menschen, die es allein nicht schaffen, helfen, in diese Welt hineinzuwachsen“, so formuliert Oikos-Präsident Johannes Funk kurz und knapp die Aufgabe, der man sich dort stellt. Die Einrichtung bietet Platz für sieben Personen. Seit Februar ist sie belegt.

Am nächsten Freitag, 24. November, wird das Haus offiziell eröffnet.

Dass dieses Projekt möglich wurde, ist vor allem dem Einsatz von Ehrenamtlichen sowie der Großzügigkeit privater Spender zu verdanken…

 

Download Artikel GrenzEcho · Samstag, 18. November 2017

 

oikos – 18 Monate danach

| 5. November 2017

Nachdem oikos die Unterstützung der öffentlichen Hand vor anderthalb Jahren entzogen wurde, fragen sich viele interessierte Bürger, Freunde und Gönner, ob und wie die gemeinnützige Vereinigung weitermacht.

Was ist seitdem passiert?

Aus finanziellen Gründen – bedingt durch die Aberkennung des Projektes durch die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft – mussten sich die Verantwortlichen schweren Herzens auf eine drastische Kürzung der Kernaufgaben einigen.

Mit „zurück zu den Anfängen“ lässt sich die Reaktion der V.o.G. wohl am besten beschreiben.

Im Wesentlichen umfasst die Neuorientierung die folgenden Schwerpunkte
  • Streichung von insgesamt 7 Arbeitsplätzen durch Kündigung
  • Sicherung eines spendenfinanzierten, auf 25 Stunden/Woche begrenzten Arbeitplatzes für einen Sozialarbeiter
  • Verkauf der Immobilie, gelegen in Eupen, Aachener Straße 14
  • Streichung der Sprachkurse und der ambulanten Familienbetreuung
  • Streichung der stationären Begleitung für Minderjährige in Haus Jordan

Dem Anliegen der Gründer, hilfsbedürftigen Randgruppen und insbesondere jungen Erwachsenen eine helfende Hand sowie in Notsituationen ein Dach über dem Kopf zu bieten, ist die Vereinigung treu geblieben:

Integration & Wohnprojekte

So verwaltet oikos weiterhin 21 Wohnungen im Norden Ostbelgiens.

Einen Zugang zum Wohnungsmarkt und Orientierungshilfe im Alltag zu bieten, helfen den Bewohnern ein Mindestmaß an Zuversicht und Stabilität hinsichtlich ihrer Integration, Entwicklung und Zukunftsperspektiven zu gewährleisten.

Stationäre Begleitung

Haus Jordan in Nispert versteht man weiterhin als offenes Haus mit offenem Ohr, gemäß dem Leitgedanken der oikos V.o.G. „Sehen, hören, urteilen und handeln.“. Haus Jordan bietet daher auch in Zukunft jungen Erwachsenen und in Not geratenen erwachsenen Personen die Möglichkeit, übergangsweise eine Bleibe und Hilfe zu finden.

Des Weiteren finanziert oikos einen therapeutisch geschulten Sozialarbeiter, um jungen Erwachsenen Beratung und Halt im Alltag wie auch Unterstützung in akuten Krisen zu bieten. Besonders hervorzuheben ist hierbei die enge Zusammenarbeit mit den ÖSHZ’s Raeren und Eupen, dessen Vertreter im letzten Halbjahr wiederholt auf den Handlungsbedarf in dieser Altersgruppe hinwiesen. ÖSHZ Präsident Prof. Dr. Deller sprach in diesem Zusammenhang gar von einem „Riesenproblem“ (G.E. 1.8.2017).

Die steigende Nachfrage und der Bedarf an stationärer Begleitung junger Erwachsener zwischen 18 und 26 Jahren hat die oikos V.o.G. dazu bewogen, die Sanierung der Immobilie am Bellmerin 1C in Eupen aus Eigenmitteln und unter Verwendung „eiserner Reserven“ vollständig abzuschließen und das Wohnprojekt Haus Bellmerin mit zusätzlicher ambulanter Beratung zu entwickeln.

Insgesamt stehen hier sieben Plätze zur Verfügung: drei Plätze innerhalb einer Wohngemeinschaft, sowie jeweils ein Platz in vier Wohnungen.

Das pädagogische Konzept macht aus der Not eine Tugend.

Da die Finanzierung einer Teilzeitstelle durch Spendeneinnahmen geradeso sicher gestellt werden kann, setzt die Begleitung konsequent auf Projektpädagogik, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Das heißt, die Bewohner definieren ihr Projekt selbst, dessen Umsetzung in einem wöchentlich stattfindendem Gespräch ausgewertet wird und auftretende Schwierigkeiten besprochen bzw. Lösungen gesucht werden.

Darüber hinaus wird Hilfe bei Amtsgängen, Einkäufen sowie allgemeiner Lebens- und Haushaltsführung angeboten.

Ambulante Begleitung

Ergänzend zum Wohnprojekt bietet oikos die Möglichkeit einer kostenfreien therapeutischen Begleitung für bis zu sechs Personen. Dieses Angebot richtet sich sowohl an junge Erwachsene, als auch an Familien, die im Konflikt mit ihren jungen Volljährigen leben und sich überfordert fühlen.

Galerie „vorne und oben“

Visuelle Unterstützung erfährt das Projekt durch die Galerie „vorne und oben“. Kurator Benjamin Flieg ist es ein Anliegen, durch die Präsentation halbjährlich wechselnder Ausstellungen gerade jenen Menschen Inspiration und Kultur näher zu bringen, für die der Galeriebetrieb am weitesten weg erscheint.


Einladung zum Haus der offenen Tür

Die Bewohner wie auch der Verwaltungsrat freuen sich, Sie am 24.11.2017 von 14.00 bis 18.00 Uhr zum Tag der offenen Türe zu begrüßen, um Ihnen Rede und Antwort stehen zu können.



Wenn auch Sie die Arbeit von oikos unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende!

Konto der oikos VoG: BE39 3711 0676 2619
Spenden ab 40,00 EUR sind steuerlich absetzbar, sie erhalten von uns eine Spendenquittung.
 

dezember 2016

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein gutes Neues Jahr 2017!

| 19. Dezember 2016

Nach einem turbulenten Jahr ist es uns in diesem Jahr besonders wichtig, Sie über den aktuellen Stand der Dinge bei OIKOS zu informieren.

Die Auseinandersetzung über die Streichung der Zuschüsse seitens der DG nach 27-jähriger Tätigkeit hat in der Öffentlichkeit für viel Wirbel gesorgt.  Leider war die Berichterstattung der Medien in unseren Augen unvollständig und sehr unbefriedigend und es bleibt schlussendlich bei vielen Beteiligten Unverständnis und persönliche Verletzung zurück.

Trotzdem möchten wir es nicht versäumen, uns auf diesem Weg für die große Solidarität vieler Bürgerinnen und Bürger zu bedanken.

Wo stehen wir heute?

Alle Arbeitsbereiche in Verbindung mit der DG sind/werden sukzessive bis zum 30.06.2017 beendet.

Dem gesamten Personal wurde gekündigt, d.h. 4 Mitarbeiter werden oikos zum 31.12.2016, weitere 3 Mitarbeiter zum 30.06.2017, verlassen. Wir konnten erreichen, dass zumindest die Kündigungsentschädigungen durch die DG getragen werden.

Am 30.06.2017 endet die Zusammenarbeit mit der DG.

Was ist uns wichtig?

oikos hat neue Freunde gefunden und den Verwaltungsrat erweitert.

Unser zentraler Leitgedanke ist, Menschen, die durch das soziale Netz fallen und in diesem Zusammenhang besonders „junge Erwachsene“ zu begleiten und zu unterstützen. Wir möchten uns um Personen kümmern, die noch nicht in festen Strukturen erfasst sind.

Mit dieser Herausforderung möchten wir das Jahr 2017 neu beginnen.

Welche Aufgaben übernehmen wir nicht mehr?

Folgende Arbeitsbereiche gehen in die Verantwortung der DG über und werden nicht durch oikos weiter geführt:

  • Ambulante Familien- und Jugendbegleitung im Norden und Süden der DG.
  • Begleitung jugendlicher Straftäter in den Jugendgefängnissen und geschlossenen Einrichtungen.
  • Sprachkurse für ausländische Mitbürger.
Wie sieht unsere zukünftige Arbeit konkret aus?
Haus Jordan

Das Haus ist voll belegt. Solange der Bedarf und die Nachfrage vorhanden sind, werden wir weiterhin ein offenes Haus sein.

Wohnraum

Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist weiterhin groß. Wir werden zukünftig weiter unsere eigenen und angemieteten Wohnräume (19 Wohnungen) zur Verfügung stellen und eine niederschwellige Begleitung der Mieter in diesen Wohnungen anbieten. Dies geschieht in Zusammenarbeit und Absprache mit anderen Diensten.

Wir bleiben weiterhin aktiv in Arbeitsgruppen und Bürgerinitiativen zur Integration.

Haus Schilsweg 58

(Haupteingang verlegt nach hinten, d.h. neue Adresse ist: Bellmerin 1C, Eupen)

Die steigende Nachfrage und der Bedarf an Begleitung junger Erwachsener zwischen 18 und 26 Jahren hat uns in den letzten Jahren dazu veranlasst, das Gebäude auf diese Zielgruppe hin komplett zu sanieren. Hier entstehen eine Wohngemeinschaft für 3 Personen, sowie 4 Wohnungen für jeweils 1-2 Personen. Für die Betreuung haben wir ein sozialpädagogisches Konzept mit einem Stellenumfang von 1,5 Sozialarbeiter/innen ausgearbeitet.

Seit 1989 hat diese Zielgruppe für uns einen besonderen Stellenwert. Seitens der öffentlichen Hand und der Sozialämter gibt es für diesen Personenkreis bisher keine ausreichende Unterstützung. Wir werden dieses Angebot weiterhin mit bescheidenen Mitteln (Spenden) so lange aufrecht erhalten, bis auch dieser Bereich in die Verantwortung der DG ausreichend eingebunden und finanziert wird.

Wir möchten dieses Projekt nach Beendigung der Bauarbeiten im Januar oder Februar 2017, vorerst auf Grundlage einer 0,75 Stelle, starten.

Unterstützen Sie uns

Damit wir auch weiterhin für die Belange der oben genannten Zielgruppe da sein können, brauchen wir jedoch Ihre Unterstützung.

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, diesen Personen eine würdige Zukunft zu ermöglichen. Jeder Betrag ist willkommen (Beträge ab 40,00 € sind steuerlich absetzbar).

Vielen Dank im Voraus für Ihre wertvolle Unterstützung.

 

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein gutes Neues Jahr 2017.

Mit freundlichen Grüßen,
der Verwaltungsrat

 

mai 2016

Mitteilung

| 26. Mai 2016

In einem persönlichen Gespräch mit Minister Antoniadis zeichnete sich ab, dass die Regierung bereit ist, die Abwicklung von OIKOS sozial verträglich zu gestalten, die Schließung jedoch nicht rückgängig machen möchte.

Die Entscheidung zur Schließung nehmen wir zur Kenntnis, lehnen dies aber weiterhin aus innerster Überzeugung ab. Wir möchten daher in einen konstruktiven Dialog mit dem Ministerium treten, um über Möglichkeiten der Fortsetzung der sozialen Arbeit von OIKOS zu verhandeln. Hier stehen wir ebenfalls in der Pflicht, der großen öffentlichen Solidarität, die uns in diesen Tagen zuteilwird, gerecht zu werden.

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Wirtschaftsprüfung keinerlei Anlass gibt, an einer sachgerechten Verwendung der Mittel zu zweifeln. Die Vorbehalte, die seitens Regierung formuliert worden sind, schließen eine Zweckentfremdung der Mittel zu privaten Zwecken aus. Diese hat es zu keinem Zeitpunkt des Bestehens von OIKOS gegeben.

Nach Aussage der Regierung entspricht die Arbeit von OIKOS nicht mehr den heutigen Standards der Sozialarbeit. Dies stellen wir weiterhin in Frage und glauben, durch unsere Arbeit einen wichtigen und ergänzenden Beitrag in der erweiterten Jugendhilfe zu leisten.

Es liegt nicht in unserer Hand, politische Entscheidungen zu treffen - unser Beitrag sind 25 Jahre soziales Engagement, das wir nach bestem Wissen und Gewissen ausgeführt haben. Wir hoffen, dass die Parlamentarier bei Ihrer Entscheidung demselben Grundsatz folgen.

 

Die Verantwortlichen der OIKOS V.o.G.